direkt zum Inhalt springen

direkt zum Hauptnavigationsmenü

Sie sind hier

Inhalt des Dokuments

Teaching Beliefs

Der Konzeptentwicklung und den Angeboten im BZHL liegen die folgenden Grundüberzeugungen zugrunde:

Lupe

Reflektierte Lehrpraxis

Das BZHL setzt mit seinen Weiterbildungs- und Beratungsangeboten Impulse für die reflektierte Lehrpraxis, angelehnt an das Modell des „reflective practioner“ (Kolb, 1984), in dem Lernen wie folgt verstanden wird: “Learning is the process whereby knowledge is created through the transformation of experience” (Kolb, 1984, p. 38). Deshalb bietet das BZHL Lernformen an, die erfahrungsorientiert sind und das aktive Experimentieren ermöglichen, wie Microteachings, Lehrbesuche, um diese dann in Workshop-Feedback, kollegialen- und Einzelberatungen im Sinne der Reflexion zu betrachten.

Hoher Praxisbezug und direkter Einbezug des Lehralltags der Teilnehmenden in den Workshops sind eine wesentliche Voraussetzung für nachhaltigen Transfer des Gelernten in die Praxis. Wenn das Lernfeld im Rahmen des Workshops schon sehr ähnlich gestaltet wird wie das „Arbeitsfeld“ der Lehrenden, ist dies eine gute Voraussetzung für nachhaltigen Transfer (Baldwin & Ford aus Kauffeld/Grote/Frieling, 2009).

Dabei geht es darum, bei den Lehrenden eine forschende Haltung zu ihrer Lehrtätigkeit zu initiieren, die im Sinne von Boyers Scholarship of Teaching and Learning (1990) eine Weiterentwicklung der Lehre auch über das Ende der Weiterbildung hinaus ermöglicht.

Im Kontext der hochschuldidaktischen Debatte sieht sich das BZHL dabei als ein Akteur beim Shift from Teaching to Learning (Wildt, 2003).

Literatur:

Boyer, E. (1990): Chapter 2: Enlarging the Perspective. Scholarship Reconsidered: Priorities of the Professoriate. New York: Carnegie Foundation for the Advancement of Teaching, 15-25.

Kauffeld, S. ; Grote, S.; Frieling, E. (Hrsg.), (2009): Handbuch Kompetenzentwicklung. Schäffer-Poeschel, Stuttgart.

Kolb, D. A. (1984): Experiential learning: Experience as the source of learning and development (Vol. 1). Englewood Cliffs, NJ: Prentice-Hall.

Wildt, J.; Encke, B.; Blümcke, K. (Hrsg.), (2003): Professionalisierung der Hochschuldidaktik. Ein Beitrag zur Personalentwicklung an Hochschulen. Blickpunkt Hochschuldidaktik 112. W. Bertelsmann-Verlag, Bielefeld

Diskursivität bei der Kompetenzmodellierung

Als Lehrinnovationszentrum Berlins modelliert das BZHL seine Lehrkompetenzvorstellungen im Austausch mit den beteiligten 13 Hochschulen, den teilnehmenden Lehrenden und dem hochschuldidaktischen Diskurs über Berlin und Deutschland hinaus. Dieser diskursive Ansatz ermöglicht es, die Weiterbildungsangebote nah an den Bedürfnissen der Lehrenden, der Hochschulen und des sich stetig verändernden Feldes der Hochschullehre zu entwickeln. Es ist nicht statisch, sondern reagiert zum einen auf Impulse der Stakeholder und initiiert zum anderen mit eigenen Ideen neue Impulse auf Seiten der Stakeholder. Unser grundsätzliches Kompetenzverständnis beruht auf der Definition von Weinert (2001), nach dem Kompetenzen die „bei Individuen verfügbaren oder durch sie erlernbaren kognitiven Fähigkeiten und Fertigkeiten [sind], um bestimmte Probleme zu lösen sowie die damit verbundenen motivationalen, volitionalen und sozialen Bereitschaften und Fähigkeiten, um die Problemlösungen in variablen Situationen erfolgreich und verantwortungsvoll nutzen zu können.“ Zur Differenzierung der Kompetenzbereiche wird die Aufteilung von Erpendeck (2007) genutzt. Einen weiteren Orientierungsrahmen für die Konzeption unserer Angebote bildet das Kompetenzprofil Hochschullehre, das von Hochschuldidaktikern der Technischen Universität München im Programm ProLehre formuliert wurde (2015). Durch die Vielheit der Fächer, die in Berlin gelehrt werden, wird durch das BZHL ein besonderes Augenmerk auf das Verhältnis von allgemeiner und fachspezifischer Hochschuldidaktik gelegt, denn Lehrkompetenz zeigt sich in den verschiedenen Kontexten auf verschiedene Weisen. Der DQR (2011) bietet einen weiteren Orientierungsrahmen. Durch den Austausch mit Akteuren des DGHD-Netzwerkes auf Bundes- und der ICED auf internationaler Ebene sowie mit regionalen Akteuren (bspw. dem Arbeitskreis Evaluation und Qualitätssicherung Berlin Brandenburg und den Einrichtungen der wissenschaftlichen Weiterbildung in Berlin) werden Gewichtungen und Schwerpunkte vorgenommen.

Literatur:


Erpenbeck, J.; von Rosenstiel, L. (Hrsg.), (2007): Handbuch Kompetenzmessung. Verstehen und bewerten von Kompetenzen in der betrieblichen, pädagogischen und psychologischen Praxis, Schäffer Poeschl, 2. Auflage.

ProLehre (2015):  Hochschuldidaktik. Technische Universität München. Online verfügbar: www.prolehre.tum.de (letzter Zugriff 10.12.2015)

Weinert, F. E. (2001): Vergleichende Leistungsmessung in Schulen – Eine umstrittene Selbstverständlichkeit. In: Weinert, Franz E. (Hg.): Leistungsmessungen in Schulen. Weinheim u. Basel, S. 27 f.

Austausch und Interdisziplinarität

Das Berliner Zentrum ist ein Ort des Austauschs und der Interdisziplinarität über Hochschulgrenzen hinweg. Da in Berlin die Workshops zum Großteil an einem Ort, also in den Räumen des BZHL stattfinden, treffen hier Lehrende aus den verschiedensten Hochschulen und Fächern aufeinander. Dadurch lernen sie fachkulturübergreifend und stärken ihr Rollenverständnis, werden aber auch mit verschiedenen organisationalen Kontexten um sie herum konfrontiert und wirken ggf. auf diese zurück. So entsteht bestenfalls eine Weiterentwicklung der Hochschule und deren Organisation.

Lehrende kommen mit unterschiedlichen eigenen Lehr-/Lernerfahrungen, die z.T. fachkulturspezifisch geprägt sind. Wichtig ist die Passung von Lehr- und Lernkonzeptionen von Dozierenden und Teilnehmenden (wie auch die Passung in der Lehrveranstaltung von unseren Teilnehmenden hier und deren Studierenden), damit gelernt werden kann.

Entwicklung des individuellen Lehrstils

Die Lehrenden, die an den Weiterbildungen des BZHL teilnehmen, sind verschieden. Sie bringen Erfahrungen aus ihrer eigenen Lernbiografie ein, sind von ihren Fachkulturen geprägt und haben verschiedene Ziele in der Hochschule. Darum nutzt das BZHL das Konzept der lernbiografisch formierten Lehrüberzeugungen (Kiehne, 2015), um ganz bewusst an den Vorbedingungen der Lehrenden anzuknüpfen und ihre Lernbiografie in eine durch formale Lern-, Lehrkonzepte angereicherte Lehrbiografie weiterzuschreiben. Dabei bezieht sich das BZHL auf das Lehrkompetenzentwicklungsmodell Trautwein/Merkt (2013) mit der Erweiterung um die biografisch formierten Lehrkonzeptionen (Kiehne, 2015).

Im Dialog von Lehrperson, hochschuldidaktischem Wissen und unseren Trainerinnen und Trainern im Kontext der Hochschule sollen so Entwicklungsräume für eine reflektierte Lehrpersönlichkeit geöffnet werden. So sind die verschiedenen Trainerinnen und Trainer, die die Workshops im BZHL gestalten, mit ihrem Lehrhandeln im Sinne des Modelllernens (Albert Bandura, 1979) auch Modelle für das zukünftige Lehrhandeln der Teilnehmenden.

Literatur:


Bandura, A. (1979): Sozial-kognitive Lerntheorie. Klett-Cotta, Stuttgart.

Kiehne, B. (2015): Die Biografie lehrt mit. Eine qualitative Untersuchung zum Zusammenhang von Lernbiografie und Lehrüberzeugung bei Nachwuchslehrenden. Waxmann, Münster.

Trautwein, C.; Merkt, M. (2013): Lehrportfolios in Berufungsverfahren. In: Berendt, B.; Wildt, J.; Sczcyrba, B. (Hrsg.). Neues Handbuch Hochschullehre.

Zusatzinformationen / Extras

Direktzugang

Schnellnavigation zur Seite über Nummerneingabe

Programm Wintersemester 2019/20:

Das Programmheft zum Wintersemester steht jetzt zum Download bereit!

Nach oben